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Unternehmer-Portrait Michael Leopold – Im Namen seiner Tochter

Auf Papas Arm ist es am schönsten: Michael und Nina Leopold im Garten des integrativen Kindergartens in Balingen, den Nina Leopold dreimal in der Woche für einige Stunden besucht. Die Schaukel, die auch für behinderte Kinder sicher ist, war eine Spende der „Nina Leopold Stiftung“.

Auf Papas Arm ist es am schönsten: Michael und Nina Leopold im Garten des integrativen Kindergartens in Balingen, den Nina Leopold dreimal in der Woche für einige Stunden besucht. Die Schaukel, die auch für behinderte Kinder sicher ist, war eine Spende der „Nina Leopold Stiftung“. Bilder: Roland Beck

Nach Komplikationen bei der Geburt seines zweiten Kindes ändert sich das Leben von Glasermeister Michael Leopold schlagartig. Seine Stiftung hilft heute anderen Betroffenen.

Es hätte ein glückliches Jahr für die Familie Leopold werden sollen. Nach Sohn Kai 2006 erwartete Tanja Leopold ihr zweites Kind. Nichts deutete darauf hin, dass die Schwangerschaft dramatisch enden würde. Zur gleichen Zeit richtete Glasermeister Michael Leopold sein Unternehmen neu aus. Nachdem er wenige Jahre zuvor den Fensterbaubetrieb seines Vaters übernommen hatte, plante er 2008 den Neubau des Firmensitzes auf einem Gelände in Rosenfeld.

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„Im ersten Moment kapiert man gar nicht, was passiert ist.“ Michael Leopold

Ein mutiger Schritt, war die wirtschaftliche Lage am Bau zu dieser Zeit doch alles andere als rosig. Für Michael Leopold, der auch seinen Meister als Feinwerkmechaniker gemacht hat, stand jedoch fest: „Wenn ich unternehmerisch noch etwas riskieren will, dann jetzt.“ Sein Vater stand hinter dieser Entscheidung. Der alte Firmensitz im Industriegebiet der 6.400-Einwohner-Stadt wurde verkauft. Der Neubau mit Präsentationsfläche, Produktion und Lager begann Anfang 2008. Der Umzug war im selben Jahr in der Urlaubszeit zwischen Weihnachten und Neujahr geplant. „Die Produktion musste ja schnellstmöglich weitergehen.“ Doch dann kam alles anders als geplant: Tochter Nina erlitt bei ihrer Geburt schwere Hirnschäden. Sie kann nicht sprechen und nicht laufen. „Die Geburt war ein Fiasko. Die Komplikationen hätten in der heutigen Zeit eigentlich nicht passieren dürfen“, sagt ihr Vater Michael Leopold. Kurz vor dem geplanten Umzug der Firma, kurz vor Weihnachten, am 17. Dezember 2008, stand Michael Leopold im Kreißsaal und „auf einmal war in unserem Leben alles anders“. Für den Unternehmer kam dieser Schlag aus dem Nichts. Ein Gefühl, als ob einem der Himmel auf den Kopf fällt, wird er es später beschreiben.

Die Welt steht Kopf

Während das Neugeborene mit dem Hubschrauber sofort ins 50 Kilometer entfernte Villingen-Schwenningen geflogen wird, kämpft auch Tanja Leopold auf der Intensivstation um ihr Leben. „Im ersten Moment kapiert man gar nicht, was passiert ist.“ Es sehe bei beiden nicht gut aus, sagten ihm die Ärzte. Für einige Tage pendelt Leopold zwischen dem Krankenbett seiner Frau und seines Kindes, zwischen Rottweil und Villingen-Schwenningen. 15 Kilo hat der Hobby-Radfahrer in dieser Zeit abgenommen. „Am Anfang dachte ich, das schaffe ich nie. Das kann ein Mensch nicht aushalten. Aber irgendwie funktioniert man.“ Dann gibt es zumindest bei seiner Frau Entwarnung.

Auf seinen Vater Rudi, von dem er den Familienbetrieb 2004 übernommen hatte, konnte sich Michael Leopold in der schwierigsten Zeit seines Lebens voll verlassen. Bild: Roland Beck

Auf seinen Vater Rudi, von dem er den Familienbetrieb 2004 übernommen hatte, konnte sich Michael Leopold in der schwierigsten Zeit seines Lebens voll verlassen.

Familie hält den Rücken frei

Während dieser extremen Ausnahmesituation im persönlichen Bereich traten der Umzug des Betriebes und die Verantwortung für zehn Mitarbeiter für Michael Leopold natürlich in den Hintergrund. Aber Stillstand im Betrieb kann sich ein Unternehmer nicht leisten. Sein Vater Rudi sprang ihm zur Seite und hielt ihm den Rücken frei. „Das war eine große Hilfe“, ist Michael Leopold rückblickend dankbar. Auch die Mitarbeiter standen hinter ihm, stemmten den Umzug ohne ihren Chef und entlasteten ihn zumindest in dieser Hinsicht. „Ich hätte es nicht geschafft – weder zeitlich noch vom Kopf her.“ Ein Vierteljahr war die neugeborene Nina in der Klinik in Villingen- Schwenningen. Dann durfte sie, angeschlossen an Monitore, die ihre Atmung und ihren Herzschlag überwachten, nach Hause.

Was ist möglich?

Rund um die Uhr für ein behindertes Kind da zu sein, fordert von allen in der Familie in den folgenden Jahren viel Kraft. „Man lernt, mit der Situation umzugehen, und irgendwann hat es sich eingespielt.“ Und Michael Leopold will mehr: „Wir können Ninas Situation nur verbessern, indem wir sie ständig fördern. Also haben wir uns erkundigt, was möglich ist und was es gibt.“ Für Therapien reisen sie von der Schweizer Grenze bis nach Darmstadt, von Rosenheim bis Freiburg: „Man will ja etwas erreichen.“

Im Laufe der Zeit erhält der 44-Jährige so Einblick in Krankenhäuser und Therapieeinrichtungen, lernt andere Familien mit behinderten Kindern kennen. Und ist schockiert: „Ich habe gesehen, mit welchen primitiven Mitteln dort zum Teil gearbeitet werden muss, nur weil das Geld fehlt.“ Dass gerade behinderten Kindern viel verwehrt bleibt, weil niemand finanziell hilft, trifft den zweifachen Familienvater ins Herz. Er weiß aus Erfahrung auch: „Es gibt Familien, die ein behindertes Kind finanziell stemmen können, aber es gibt auch genau das Gegenteil. In diesem Umfeld habe ich viele Familien kennengelernt, die durch diese Belastung auseinandergebrochen sind.“ Wie er unternehmerische Entscheidungen trifft, so mutig und beherzt packt Michael Leopold in der Konsequenz auch dieses Thema an: „Hier muss man doch etwas tun.“ Schnell ist klar, eine Stiftung ist der richtige Weg, um zu helfen.

Steiniger Weg zur Stiftung

Gesagt, getan. Leicht wird ihm allerdings auch dieser Weg nicht gemacht. Es wird ein Kampf durch die Finanzbürokratie. „Wir wollten doch nur helfen, aber es wurden uns nur Steine in den Weg gelegt.“ Ein Problem für die Behörden war seine berufliche Selbstständigkeit. Ein Jahr bleibt er hartnäckig. Dann erhält er seine Lizenz unter dem Dach der Deutschen Gesellschaft für Stiftungsförderung. 2012 kann die Gründung der „Nina Leopold Stiftung“ dann endlich mit einem großen Konzert in Rosenfeld gefeiert werden. Seitdem sind fast 300.000 Euro an Spenden eingegangen. Um die Stiftung in der Öffentlichkeit bekannt zu machen, engagiert sich auch der Handball-Bundesligist HBW Balingen-Weilstetten.

„Wir hoffen, dass Nina vielleicht eines Tages selbst ein wenig essen kann.“ Michael Leopold

Mit dem Spendengeld aus der Stiftung hilft Michael Leopold Einrichtungen und betroffenen Familien in der Region. Die Projekte wählt er selbst aus und stimmt sich dabei mit einem Steuerberater und einer Rechtsanwältin ab, denn alle Projekte müssen stiftungswürdig sein. Aktuell unterstützt die „Nina Leopold Stiftung“ eine Therapieeinrichtung in Maulbronn mit 15.000 Euro für therapeutische Geräte. In dieser Einrichtung hat die Sechsjährige selbst bereits Therapien gemacht. Für eine Familie aus Albstadt spendete die Stiftung ein Auto, damit diese Familie ihr behindertes Kind zum Arzt fahren kann. Selbst hätte sich die Familie kein Auto leisten können.

Viel Spaß mit Fingerfarben

Es sind die kleinen Schritte, die Großes bewegen. Nina Leopold hat viel Spaß daran, mit Fingerfarben zu malen oder mit ihrem großen Bruder Kai eine DVD anzuschauen. Was Nina in ihrem Leben noch alles erreichen kann, können weder Ärzte noch Therapeuten vorhersagen. „Wir hoffen, dass Nina vielleicht eines Tages selbst ein wenig essen kann.“ Sie wird seit ihrer Geburt über eine Magensonde ernährt. Hätte Michael Leopold einen Wunsch frei, würde er sich und seiner Familie „wieder ein normales Familienleben wünschen“. Für seine Tochter will er weiterhin alles geben, „damit Nina ein so fröhliches Kind bleibt, wie sie ist“.

Deutsche Handwerks Zeitung, Ausg.13 | 10. Juli 2015 | 67. Jahrgang
Geschrieben von Daniela Lorenz

http://www.deutsche-handwerks-zeitung.de/

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